Haarausfall in den Wechseljahren: Ursachen & natürliche Lösungen
Michael Glock · 2.6.2026 · Haargesundheit
Haarausfall in den Wechseljahren: Ursachen & natürliche Lösungen
1. Wenn die Haare dünner werden – du bist nicht allein
Mehr Haare in der Bürste. Ein breiter werdender Scheitel. Spürbar weniger Volumen. Wenn du das kennst, weißt du: Das ist mehr als ein kosmetisches Thema – es berührt dein Selbstbild und deine Identität.
Du bist damit nicht allein. Aktuelle Studien zeigen, dass über 50 % der postmenopausalen Frauen von Haarausdünnung betroffen sind (Leavitt et al., Journal of Drugs in Dermatology, 2025).
Die gute Nachricht: Die Ursachen sind verstehbar – und wenn du weißt, was hinter dem Haarausfall steckt, kannst du gezielt handeln. Dieser Artikel erklärt dir, was in deinem Körper passiert, wann ein Arztbesuch sinnvoll ist und welche Maßnahmen wirklich helfen können.
2. Warum fallen in den Wechseljahren die Haare aus?
Haarausfall in den Wechseljahren entsteht selten aus einem einzigen Grund. Hormone spielen die Hauptrolle – aber Schilddrüsenfunktion, Nährstoffversorgung und Stress sind wichtige Kofaktoren, die das Bild entscheidend mitprägen.
Wer die Ursachen kennt, kann gezielt und informiert handeln.
2.1 Der Hormonabfall: Östrogen, Progesteron und DHT
Warum schwächt der Östrogenrückgang das Haar?
Östrogen ist der wichtigste Schutzfaktor für deine Haarfollikel. Es verlängert die Wachstumsphase (Anagenphase) der Haare, schützt die Follikel vor dem Einfluss männlicher Hormone und hält das Haar dicht und kräftig.
In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel durch die nachlassende Funktion der Eierstöcke deutlich – und dieser Abfall hat direkte Konsequenzen für deinen Haarzyklus.
Wissenschaftliche Evidenz: Ein systematischer Review im American Journal of Clinical Dermatology (Roster et al., 2026, peer-reviewed) bestätigt: „Menopause ist ein universeller physiologischer Übergang, der durch einen Östrogenabfall gekennzeichnet ist, welcher wichtige Auswirkungen auf die Haut- und Schleimhautgesundheit hat."
— Roster et al., Am J Clin Dermatol, 2026
Das bedeutet: Die Anagenphase der Haare verkürzt sich, die Ruhephase (Telogenphase) verlängert sich – mehr Haare fallen gleichzeitig aus, weniger wachsen nach.
Gleichzeitig sinkt auch Progesteron, das ebenfalls haarschützende Eigenschaften hat. Wenn Östrogen und Progesteron fallen, entsteht eine relative Dominanz der Androgene – darunter DHT (Dihydrotestosteron). DHT verkürzt den Haarzyklus und kann die Haarfollikel schrittweise verkleinern.
„Östrogen ist bekannt dafür, protektiv gegenüber Haarausfall zu sein."
— Riedel-Baima & Riedel, Endocrine Regulations, 2008
Das Ergebnis dieser hormonellen Verschiebung ist der sogenannte Female Pattern Hair Loss (FPHL) – eine gleichmäßige Ausdünnung, die bei Frauen vor allem am Scheitel beginnt und sich mit dem Alter verstärken kann (Bertoli et al., Dermatologic Therapy, 2020).
2.2 Peri- vs. Postmenopause: Wann beginnt der Haarausfall?
Haarausfall Frauen ab 50: Wann setzt er ein?
Viele Frauen bemerken erste Veränderungen an ihrem Haar bereits Jahre vor der letzten Periode – in der sogenannten Perimenopause. In dieser Phase schwanken die Hormonspiegel stark: Östrogen steigt und fällt unregelmäßig, Progesteron nimmt ab. Diese Fluktuationen können den Haarwachstumszyklus bereits aus dem Gleichgewicht bringen, auch wenn die Menopause selbst noch nicht eingetreten ist.
Nach der Menopause – also wenn seit mehr als zwölf Monaten keine Periode mehr aufgetreten ist – sinkt der Östrogenspiegel dauerhaft auf ein niedriges Niveau. In dieser postmenopausalen Phase kann sich der Haarausfall entweder stabilisieren oder, insbesondere in den ersten Jahren, noch intensivieren.
Der Review von Kamp et al. (2022) im Clinical and Experimental Dermatology beschreibt, wie die Menopause typischerweise zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr eintritt und mit sinkenden Östrogenspiegeln verbunden ist, die den Haarwachstumszyklus direkt beeinflussen.
Wenn du zwischen 50 und 70 Jahre alt bist und merkst, dass dein Haar dünner wird: Das ist biologisch erklärbar – und du bist nicht allein damit. Entscheidend ist zu verstehen, in welcher Phase du dich befindest, denn davon hängt ab, welche Maßnahmen für dich am sinnvollsten sind.
2.3 Die unterschätzte Rolle der Schilddrüse
Haarausfall Wechseljahre Schilddrüse: Der oft übersehene Zusammenhang
Es gibt einen zweiten Faktor, der beim Haarausfall in den Wechseljahren häufig übersehen wird – und der für viele Frauen der entscheidende Schlüssel ist: die Schilddrüse.
Wenn du Haarausfall in den Wechseljahren erlebst und gleichzeitig Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Kältegefühl bemerkst, ist ein Schilddrüsen-Check beim Arzt ein wichtiger erster Schritt. Und hier die gute Nachricht für Frauen mit Hashimoto oder Hypothyreose: Wenn die Schilddrüse durch Medikamente gut eingestellt ist, kann sich die Haarausdünnung deutlich verbessern – weil der Haarfollikelzyklus wieder in seinen natürlichen Rhythmus findet.
Jetzt weißt du, warum Haarausfall in den Wechseljahren entsteht – im nächsten Abschnitt schauen wir uns an, wie er sich konkret zeigt und wie du deine eigene Situation einordnen kannst.
3. Wie äußert sich Haarausfall in den Wechseljahren?
Nicht jeder Haarausfall sieht gleich aus – und das ist wichtig zu verstehen. Je nachdem, welche Ursache dominiert, zeigt sich der Haarverlust in unterschiedlichen Mustern. Das hilft dir, deine eigene Situation besser einzuordnen und gezielter vorzugehen.
3.1 Diffuser Haarausfall vs. Scheitelbereich-Lichtung
Wie erkenne ich, welche Form des Haarausfalls ich habe?
Beim diffusen Haarausfall verlierst du gleichmäßig über den gesamten Kopf Haare – ohne klare Muster. Du bemerkst es oft zuerst beim Kämmen (mehr Haare in der Bürste), beim Waschen (Haare im Abfluss) oder wenn das Volumen insgesamt nachlässt.
Diffuser Haarausfall ist typisch für hormonell bedingten Haarverlust und wird auch durch Schilddrüsenprobleme, Nährstoffmängel oder Stress ausgelöst.
Die Ausdünnung im Scheitelbereich hingegen ist charakteristisch für den weiblichen Haarausfall (Female Pattern Hair Loss, FPHL). Hier wird der Scheitel sichtbar breiter, während die Haarlinie an den Schläfen erhalten bleibt. Dieses Muster ist stärker hormonell – insbesondere androgenabhängig – und nimmt mit dem Alter zu (Bertoli et al., 2020).
Ein einfacher Selbsttest: Sieh dir dein Haar im Scheitelbereich an. Ist die Trennlinie breiter als früher? Und ist das Haar gleichmäßig ausgedünnt oder verlierst du an bestimmten Stellen mehr? Diese Beobachtungen helfen dir und deiner Ärztin, die Ursache einzugrenzen.
3.2 Der Haarwachstumszyklus: Was in der Menopause aus dem Takt gerät
Warum wächst mein Haar langsamer nach?
Jedes Haar durchläuft einen Wachstumszyklus in drei Phasen:
- Anagenphase (Wachstum): 2–6 Jahre – in dieser Phase wächst das Haar aktiv
- Katagenphase (Übergang): 2–3 Wochen – das Haarwachstum stoppt
- Telogenphase (Ruhe & Ausfall): 3–4 Monate – das Haar fällt aus, der Follikel ruht
Normalerweise befinden sich rund 85–90 % aller Haare gleichzeitig in der Anagenphase. In der Menopause verschiebt sich dieses Verhältnis: Östrogenmangel verkürzt die Anagenphase und verlängert die Telogenphase.
Das bedeutet: Mehr Haare fallen gleichzeitig aus – und weniger wachsen gleichzeitig nach.
Dieser Prozess ist biologisch erklärbar und kein unkontrollierbares Versagen deines Körpers. Es ist eine Reaktion auf hormonelle Veränderungen, die viele Frauen erleben. Und: Es gibt Möglichkeiten, diesen Prozess von innen heraus zu unterstützen.
Nachdem du jetzt weißt, wie sich Haarausfall in den Wechseljahren zeigt, stellt sich die nächste wichtige Frage: Wie lange dauert das eigentlich?
4. Wie lange dauert der Haarausfall in den Wechseljahren?
Hört der Haarausfall irgendwann von selbst auf?
Die Frage, die viele Frauen am meisten beschäftigt: Wachsen meine Haare wieder nach? Die ehrliche Antwort ist: Ja – bei vielen Frauen ist eine Verbesserung möglich, wenn die Ursachen gezielt angegangen werden. Hormonell bedingter Haarausfall kann sich stabilisieren und das Haar kann wieder dichter werden, sobald der Körper besser versorgt ist. Das braucht Zeit – realistisch 3–6 Monate konsequenter Maßnahmen – aber es ist keine Einbahnstraße.
Typischerweise beginnt die Haarausdünnung in der Perimenopause, also oft Mitte bis Ende 40. In den ersten Jahren nach der Menopause kann sie sich vorübergehend intensivieren, bevor sich das Bild stabilisiert. Bei manchen Frauen dauert diese Phase 1–2 Jahre, bei anderen bis zu 5 Jahre – abhängig von individuellen Faktoren wie Hormonstatus, Nährstoffversorgung, Schilddrüsenfunktion und genetischer Veranlagung.
Wichtig zu wissen: Die Haarausdünnung stabilisiert sich in der Regel nicht von selbst, wenn die Ursachen nicht adressiert werden. Östrogenmangel und mögliche Nährstoffdefizite bleiben bestehen, solange sie nicht aktiv angegangen werden.
Die gute Nachricht: Mit den richtigen Maßnahmen – sei es eine ärztlich begleitete Hormonersatztherapie, eine gezielte Nährstoffversorgung oder die Abklärung einer Schilddrüsenerkrankung – lässt sich der Prozess positiv beeinflussen. Wichtig: Je früher du handelst, desto besser die Ausgangslage für deine Haarfollikel.
Wann ist es Zeit, professionelle Hilfe zu holen? Der nächste Abschnitt gibt dir eine klare Orientierung.
5. Diagnose: Wann sollte ich zum Arzt?
Ab wann sollte ich wegen Haarausfall zum Arzt gehen?
Ein Arztbesuch ist immer dann sinnvoll, wenn du merkst, dass dein Haarverlust deutlich zunimmt, wenn er dich psychisch belastet oder wenn er von weiteren Symptomen begleitet wird.
Konkret empfiehlt sich ein Besuch bei:
- Plötzlichem, starkem Haarausfall – mehr als 100 Haare täglich über mehrere Wochen
- Kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) – scharf begrenzte kahle Stellen
- Haarausfall kombiniert mit: Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kältegefühl, trockener Haut (möglicher Hinweis auf Schilddrüsenprobleme)
- Haarausfall kombiniert mit: Akne, verstärkter Körperbehaarung, unregelmäßigem Zyklus (möglicher Hinweis auf Androgen-Überschuss)
- Ausbleibender Besserung trotz Lifestyle-Anpassungen nach 3–6 Monaten
Welche Ärztin ist zuständig? In erster Linie deine Gynäkologin (Hormonstatus, Menopause), ergänzt durch eine Endokrinologin (Schilddrüse) oder Dermatologin (Haarfollikel, Alopezie). Du hast das Recht, dir Antworten zu holen und auf eine vollständige Labordiagnostik zu bestehen.
5.1 Wichtige Laborwerte – Checkliste für postmenopausale Frauen
Welche Blutwerte sollte ich beim Arzt ansprechen?
Bevor du zum Arzt gehst, kann es hilfreich sein, diese Laborwerte anzusprechen – sie geben ein umfassendes Bild möglicher Ursachen:
| Laborwert | Warum relevant? | Orientierungs-Zielbereich |
|---|---|---|
| Ferritin | Eisenspeicher – eine der häufigsten Ursachen für diffusen Haarausfall | >70 µg/l (für Haarwachstum) |
| TSH | Schilddrüsenfunktion (Über- oder Unterfunktion) | 0,4–2,5 mIU/l |
| fT3 / fT4 | Aktive Schilddrüsenhormone | Laborreferenzwert |
| Vitamin D (25-OH) | Immunfunktion, Haarfollikelaktivität | 40–60 ng/ml |
| Zink | Haarstruktur, Keratin-Synthese | 70–120 µg/dl |
| Selen | Antioxidativer Schutz, Schilddrüsenfunktion | 120–150 µg/l |
| Biotin (B7) | Keratin-Infrastruktur | Laborreferenzwert |
| Vitamin B12 | Zellwachstum, Haarfollikelversorgung | >300 pg/ml |
| Östradiol (E2) | Östrogenstatus postmenopausal | Postmenopause: <30 pg/ml |
| DHEA-S | Adrenale Androgene | Laborreferenzwert |
Diese Liste ist kein Ersatz für eine ärztliche Beratung, aber sie hilft dir, das Gespräch mit deiner Ärztin gezielt zu führen.
Jetzt weißt du, wann und wie du professionelle Unterstützung holst. Im nächsten Abschnitt geht es um die konkreten Maßnahmen, die wirklich einen Unterschied machen können.
6. Was hilft wirklich gegen Haarausfall in den Wechseljahren?
Es gibt keine Universallösung – aber es gibt gut belegte Ansätze, die wirklich einen Unterschied machen können. Wichtig ist, die Ursache zu kennen und die Maßnahmen darauf abzustimmen.
6.1 Hormonersatztherapie (HRT): Chancen und Grenzen
Hilft die Hormonersatztherapie auch gegen Haarausfall?
Die Hormonersatztherapie (HRT) – also die Zufuhr von Östrogen und ggf. Progesteron – kann bei hormonell bedingtem Haarausfall helfen, indem sie den Östrogenabfall ausgleicht und so die Anagenphase der Haare wieder verlängert.
Ein aktueller systematischer Review (Roster et al., American Journal of Clinical Dermatology, 2026) bestätigt, dass die Menopausal Hormone Therapy (MHT) positive Auswirkungen auf verschiedene dermatologische Veränderungen in der Menopause haben kann – darunter auch Haarausdünnung.
Allerdings ist HRT keine Entscheidung, die du alleine treffen solltest. Sie hat Chancen – und auch Grenzen sowie individuelle Risiken. Frauen mit bestimmten Vorerkrankungen (z. B. hormonabhängige Tumoren, Thromboserisiko) sind möglicherweise keine geeigneten Kandidatinnen. Eine ausführliche Beratung durch deine Gynäkologin ist unerlässlich.
Für viele Frauen ist die HRT eine gute Option. Für andere – etwa für Frauen mit Schilddrüsenerkrankungen oder solche, die eine hormonfreie Lösung bevorzugen – gibt es evidenzbasierte Alternativen: gezielte Nährstoffversorgung.
6.2 Ernährung als unterstützende Maßnahme
Welche Lebensmittel unterstützen gesundes Haarwachstum?
Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage jeder Haargesundheitsstrategie. Bestimmte Nährstoffe sind für den Haarwachstumszyklus besonders wichtig – und ihr Mangel kann Haarausfall deutlich verstärken.
Besonders förderlich:
- Proteinreiche Lebensmittel: Hühnchen, Hülsenfrüchte, Eier, Nüsse – Haare bestehen zu über 90 % aus Keratin (einem Protein), das der Körper aus Aminosäuren aufbaut
- Eisenreiche Lebensmittel: Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, rotes Fleisch (in Maßen) – Ferritin ist einer der häufigsten Laborwert-Mängel bei diffusem Haarausfall
- Zinkquellen: Kürbiskerne, Hülsenfrüchte, Nüsse – Zink trägt zur Erhaltung normaler Haare bei
- Selenquellen: Paranüsse (2–3 täglich reichen!), Fisch, Vollkornprodukte – wichtig für Schilddrüse und Haarstruktur
- Biotin (Vitamin B7): Eier, Nüsse, Haferflocken – Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haare bei
Wichtig: In der Postmenopause verändert sich der Nährstoffbedarf. Die Resorption bestimmter Mikronährstoffe nimmt ab, der Bedarf steigt – und die normale Ernährung deckt diesen erhöhten Bedarf nicht immer vollständig.
6.3 Welche Vitamine und Mikronährstoffe helfen wirklich?
Haarausfall Wechseljahre Vitamine: Was die Wissenschaft sagt
Wenn die Ernährung allein nicht reicht, kann eine gezielte Nährstoffversorgung durch Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein. Dabei ist es wichtig, auf Qualität, Dosierung und Evidenz zu achten.
Die wichtigsten Mikronährstoffe für Haargesundheit in der Menopause:
- Biotin – trägt zur Erhaltung normaler Haare bei (EFSA-zugelassener Health Claim). Hochdosierte Formulierungen (ab 1.000 µg) werden bei erhöhtem Bedarf eingesetzt.
- Selen – trägt zur Erhaltung normaler Haare bei und unterstützt die normale Schilddrüsenfunktion (EFSA-zugelassen). Besonders relevant bei Hashimoto und Hypothyreose. Sicherer Bereich: bis 250 µg/Tag (EFSA-Obergrenze).
- Zink – trägt zur Erhaltung normaler Haare bei (EFSA-zugelassen) und ist an der Proteinsynthese im Haarfollikel beteiligt.
- L-Cystein und L-Methionin – schwefelhaltige Aminosäuren als direkte Keratin-Bausteine. Kein EFSA Health Claim, aber als Strukturbausteine des Haares biochemisch relevant.
- Eisen/Ferritin – häufigste Mangelursache bei diffusem Haarausfall. Nur bei nachgewiesenem Mangel supplementieren (Labordiagnostik empfohlen).
Wichtig beim Kauf: Achte auf transparente Deklaration aller Inhaltsstoffe und Mengen, GMP-zertifizierte Herstellung, EFSA-konforme Dosierungen und – bei Schilddrüsenerkrankungen – eine jodfreie Formulierung.
6.4 Haarwachstum anregen: Weitere Maßnahmen im Alltag
Was kann ich selbst tun, um mein Haarwachstum zu unterstützen?
Neben Ernährung und Nährstoffversorgung gibt es weitere Maßnahmen, die das Haarwachstum unterstützen können:
- Stressmanagement: Chronischer Stress erhöht den Cortisolspiegel – und Cortisol kann den Haarwachstumszyklus stören. Yoga, Meditation, Atemübungen oder regelmäßige Bewegung helfen, den Stresspegel zu senken.
- Schonende Haarpflege: Vermeide übermäßige Hitze (Föhn, Glätteisen), aggressive Chemikalien und zu enge Frisuren, die die Haarwurzeln belasten.
- Kopfhautmassage: Regelmäßige sanfte Massagen fördern die Durchblutung der Kopfhaut und können die Nährstoffversorgung der Haarfollikel verbessern.
- Schlaf: Ausreichend Schlaf (7–9 Stunden) ist wichtig für die Regeneration – auch der Haarfollikel.
- Ärztliche Abklärung: Wenn du alle diese Maßnahmen umsetzt und trotzdem keine Verbesserung siehst, ist ein vollständiger Laborstatus der nächste Schritt.
7. FAQ – Häufig gestellte Fragen
Frage 1: Ist Haarausfall in den Wechseljahren normal?
Ja – Haarausdünnung in den Wechseljahren ist weit verbreitet. Aktuelle Studien zeigen, dass über 50 % der postmenopausalen Frauen davon betroffen sind (Leavitt et al., 2025). Die Ursache liegt in hormonellen Veränderungen: Der Östrogenabfall verkürzt die Wachstumsphase der Haare und begünstigt den Einfluss von Androgenen auf die Haarfollikel. „Normal" bedeutet jedoch nicht, dass man nichts tun kann – gezielte Maßnahmen können den Prozess positiv beeinflussen.
Frage 2: Wann hört der Haarausfall in den Wechseljahren auf?
Eine genaue Zeitangabe ist nicht möglich, da der Verlauf individuell sehr unterschiedlich ist. Typischerweise beginnt der Haarverlust in der Perimenopause, kann sich in der frühen Postmenopause intensivieren und stabilisiert sich dann häufig. Mit den richtigen Maßnahmen – ärztliche Abklärung, Nährstoffversorgung, ggf. HRT – lässt sich der Prozess positiv beeinflussen. Realistische Erwartung: Erste Verbesserungen sind frühestens nach 3–6 Monaten zu erwarten.
Frage 3: Welche Vitamine helfen bei Haarausfall in den Wechseljahren?
Die wichtigsten Mikronährstoffe für Haargesundheit in der Menopause sind:
- Biotin – kann zur Erhaltung normaler Haare beitragen (EFSA-zugelassen)
- Selen – kann zur normalen Schilddrüsenfunktion und Haarstruktur beitragen (EFSA-zugelassen)
- Zink – unterstützt den Haarfollikelzyklus (EFSA-zugelassen)
- Eisen/Ferritin – häufigste Mangelursache bei diffusem Haarausfall
- L-Cystein und L-Methionin – direkte Keratin-Bausteine
Eine Labordiagnostik hilft, individuelle Mängel zu identifizieren.
Frage 4: Kann die Schilddrüse Haarausfall in den Wechseljahren verursachen?
Ja – und dieser Zusammenhang wird häufig unterschätzt. Schilddrüsenhormone (T3/T4) regulieren den Haarfollikelzyklus direkt. Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Hashimoto-Thyreoiditis können diffusen Haarausfall verursachen, der sich kaum von hormonell bedingtem Haarverlust unterscheidet.
Da postmenopausale Frauen überproportional häufig von Schilddrüsenerkrankungen betroffen sind, sollte die Schilddrüse bei anhaltendem Haarausfall immer mitabgeklärt werden.
Frage 5: Hilft die Hormonersatztherapie (HRT) gegen Haarausfall?
HRT kann bei hormonell bedingtem Haarausfall helfen, indem sie den Östrogenabfall ausgleicht und die Wachstumsphase der Haare wieder verlängert. Ein aktueller systematischer Review (Roster et al., 2026) bestätigt positive Auswirkungen auf dermatologische Veränderungen in der Menopause – darunter Haarausdünnung.
Wichtig: HRT ist nicht für alle Frauen geeignet. Eine ausführliche Beratung durch deine Gynäkologin ist unerlässlich. Für Frauen, die eine hormonfreie Alternative bevorzugen, bietet eine gezielte Nährstoffversorgung eine evidenzbasierte Option.
Frage 6: Wie lange sollte ich recens Hair Energy einnehmen?
Haare wachsen langsam – das ist biologisch bedingt. Erste sichtbare Veränderungen sind in der Regel nach 8–12 Wochen konsequenter Einnahme zu erwarten. Für nachhaltige Ergebnisse empfiehlt sich eine Einnahmedauer von mindestens 3–6 Monaten.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Schnellfix – aber mit der richtigen Erwartungshaltung und konsequenter Einnahme können sie einen echten Beitrag zu deiner Haargesundheit leisten.
8. Fazit: Du kannst aktiv etwas für deine Haargesundheit tun
Haarausdünnung in den Wechseljahren ist häufig – und sie ist erklärbar. Der Östrogenrückgang, mögliche Schilddrüsenprobleme und eine veränderte Nährstoffversorgung spielen zusammen. Das ist keine Niederlage deines Körpers, sondern eine biologische Reaktion auf eine Lebensphase des Wandels.
Der erste Schritt ist Wissen: Wenn du verstehst, was in deinem Körper passiert, kannst du gezielt handeln. Der zweite Schritt ist ärztliche Abklärung – mit einem vollständigen Laborstatus, der Ferritin, TSH, Selen, Zink und Östradiol einschließt. Der dritte Schritt ist eine ganzheitliche Strategie: ausgewogene Ernährung, gezielte Nährstoffversorgung und – wo ärztlich begleitet und gewünscht – eine Hormonersatztherapie.
Du musst das nicht alleine herausfinden. Und du hast mehr Möglichkeiten, als du vielleicht denkst.